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Der Tag Ihrer Operation.

Eine Operation ist für die betroffenen Patienten immer eine Belastung, besonders dann, wenn der Eingriff mit einem längeren stationären Krankenhausaufenthalt verbunden ist. Heutzutage können jedoch dank moderner Anästhesieverfahren viele Operationen ambulant durchgeführt werden. Durch die bessere Steuerbarkeit und die geringeren Nebenwirkungen der Betäubungsmittel sind die heutigen Anästhesiemethoden so sicher wie nie zuvor.

 

Zusätzlich müssen Patienten am Tag der Operation wichtige Verhaltensregeln einhalten, um das Risiko für mögliche Komplikationen so gering wie möglich zu halten. Im Allgemeinen bringt jedes Anästhesieverfahren, ob Vollnarkose oder regionale Betäubung, verschiedene Risiken mit sich. Mögliche Komplikationen und unerwünschte Nebenwirkungen während und nach der Anästhesie lassen sich nicht gänzlich vermeiden.

Ambulante vs. stationäre Operation.

Operationen können entweder ambulant oder stationär durchgeführt werden. Bei einem ambulanten Eingriff kann der Patient die Nacht vor und nach der Operation zu Hause verbringen. Ambulante Operationen können sowohl unter regionaler Betäubung als auch unter Vollnarkosedurchgeführt werden. Dies wird durch moderne Narkoseverfahren ermöglicht, welche sich durch verbesserte Narkosemedikamente besser steuern lassen und weniger Nebenwirkungen haben. Somit kann sich der Patient unmittelbar nach der Operation im häuslichen Umfeld erholen, wodurch die Genesung gefördert, das Infektionsrisiko mit Krankenhauskeimen gesenkt und Kosten gespart werden.

 

Stationäre Operationen hingegen bringen einen längeren Krankenhausaufenthalt mit sich. Der Patient begibt sich meist ein bis zwei Tage vor dem Eingriff in die Klinik und bleibt dort auch nach der Operation noch einige Tage oder teils sogar mehrere Wochen. Durch den stationären Aufenthalt ist eine optimale Betreuung und ständige Überwachung des Patienten gesichert.

 

Vor allem komplizierte und umfangreiche Operationen werden stationär durchgeführt, während einfachere Eingriffe wie beispielsweise eine Magenspiegelung meist ambulant erfolgen. Aber auch der Gesundheitszustand und die zu erwartenden Schmerzen des Patienten sind entscheidend, ob der Eingriff ambulant oder stationär gemacht wird.

Verhaltensregeln am Tag der Operation.

Am Tag der Operation gilt es für die Patienten einiges zu beachten und verschiedene Vorbereitungen zu treffen. Vor der Operation müssen alle Schmuckstücke (z.B. Ohrringe, Fingerringe, Halsketten, Piercings, künstliche Haarteile) entfernt werden. Auch herausnehmbarer Zahnersatz, Brille, Kontaktlinsen und Hörgeräte sollten abgenommen werden. Auf Kosmetika wie Make-Up oder Nagellack ist am Tag der Operation ebenfalls zu verzichten.

 

Den Patienten wird außerdem empfohlen, vor der Operation zu baden oder zu duschen und saubere, weite Kleidung anzuziehen. Durch die Einhaltung dieser Hygienemaßnahmen werden weniger Keime in den Operationssaal mit eingeschleppt und hygienisch einwandfreie Operationsbedingungen unterstützt.

 

Bezüglich regelmäßig eingenommener Medikamente sollte vorher mit dem Anästhesisten abgesprochen werden, welche dieser Arzneimittel vor der Operation noch bedenkenlos eingenommen werden dürfen. 

Allgemeinanästhesie (Vollnarkose).

Um dem Patienten eine schmerz- und angstfreie Operation zu ermöglichen, wird häufig eine Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) angewendet. Bei einer Vollnarkose wird der Patient in einen tiefschlafähnlichen Zustand versetzt, in dem sowohl das Bewusstsein als auch das Schmerzempfinden ausgeschaltet sind. Zur Einleitung der Narkose wird ein starkes und schnell wirkendes Schlafmittel (Narkosemittel) in die Armvene des Patienten injiziert. Bei kurzen und unkomplizierten Operationen reicht diese intravenöse Narkose für eine ausreichend lange Anästhesie meist aus. Bei länger dauernden und komplizierten Eingriffen hingegen wird häufig eine Kombination aus intravenösen und gasförmigen Narkosemitteln eingesetzt.

 

Da der Patient bei der Narkose seinen Atemantrieb verliert, muss dieser über die Dauer der Narkose mit Sauerstoff künstlich beatmet werden. Bei kürzeren Eingriffen erfolgt dies über eine Beatmungsmaske, die über Mund und Nase enganliegend aufgesetzt wird. Bei größeren Eingriffen wird eine Kehlkopfmaske in den Rachen (Larynxmaske) oder ein Beatmungsschlauch (Tubus) in die Luftröhre (Intubation) eingeführt. Da hierfür die Muskeln entspannt sein müssen, werden zuvor muskelerschlaffende Medikamente verabreicht. Durch die Regulierung der unterschiedlichen Gasanteile von Sauerstoff und Narkosegas kann der Arzt die Narkose sehr gut steuern und den Patienten nach der Operation zügig erwachen lassen. 

Regionalanästhesie.

Die Regionalanästhesie (Teilnarkose, regionale Betäubung) unterbindet das Schmerzempfinden in bestimmten Körperregionen. Die betäubten Körperregionen werden hierbei warm und gefühllos und können in den nächsten Stunden nicht oder nur eingeschränkt bewegt werden. Der Patient bleibt bei dieser Anästhesiemethode bei Bewusstsein. Bei Bedarf kann das Verfahren aber auch mit einer Sedierung (leichter Dämmerschlaf) kombiniert werden.

 

Es existiert ein weites Spektrum an verschiedenen Regionalanästhesien. Durch die gezielte Anästhesierung bestimmter peripherer Nerven mittels eines örtlichen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikum) können größere Teile von Extremitäten oder ganze Extremitäten (Arm oder Bein) betäubt werden (z.B. Plexusanästhesie am Arm).

Alternativ können bei sogenannten rückenmarksnahen Verfahren auch bestimmte Nerven an ihrer Austrittsstelle aus dem Rückenmark stillgelegt werden. Dadurch werden je nach Methode schmerzfreie Eingriffe an der unteren Körperhälfte (z.B. Unterbauch, Beckenbereich, Unterleib und Beinen) ermöglicht, aber teils auch im Bereich des Oberbauches (z.B. Magen) und Oberkörpers (z.B. Lunge). Dazu wird das Betäubungsmittel in die Nähe der schmerzempfindlichen Nerven entweder in den mit Nervenwasser (Liquor) gefüllten Raum der Lendenwirbelsäule (Spinalanästhesie) oder einen Fettgeweberaum (Periduralraum) der Lenden- oder Brustwirbelsäule eingespritzt (lumbale oder thorakale Periduralanästhesie, PDA).

Ablauf einer Anästhesie.

In Vorbereitung zu einer Anästhesie wird der Patient im Operationsbereich zunächst an das Monitoring angeschlossen, das heißt Herz- und Kreislauffunktion werden von einem speziellen Gerät überwacht. Zusätzlich wird über eine kleine Kunststoffkanüle ein Venenzugang an einer der Arm- oder Handrückenvenen gelegt (Venentropf). Um die Atmung zu kontrollieren, wird außerdem über einen kleinen Fühler am Finger der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen.

Nach Abschluss dieser Vorbereitungen wird die Anästhesie eingeleitet. Im Fall einer Vollnarkose wird der Patient zunächst für einige Minuten mit reinem Sauerstoff beatmet, um das Blut mit Sauerstoff anzureichern. Durch die Verabreichung des Narkosemittels über die Venenkanüle wird anschließend die Narkose eingeleitet. Der Patient schläft sehr schnell ein und wird erst wieder wach, wenn die Operation vorbei ist. Bei einer Regionalanästhesie wird das Betäubungsmittel in den relevanten Nervenbereich gespritzt, um die zu operierende Körperregion zu betäuben.

 

Während der gesamten Anästhesie werden die lebenswichtigen Körperfunktionen des Patienten (Herz, Kreislauf, Atmung/Beatmung) von einem Anästhesisten überwacht, welcher bei auftretenden Komplikationen sofort eingreifen kann. Mit Abschluss der Operation wird die Anästhesie schließlich ausgeleitet, indem die Zufuhr der betäubenden Medikamente beendet wird. 

Risiken und Nebenwirkungen einer Anästhesie.

Trotz moderner Methoden birgt jedes Anästhesieverfahren verschiedene Komplikationsrisiken. Im Allgemeinen können Entzündungen, Infektionen und Blutergüsse an Einstichstellen auftreten, selten sind auch stärkere Blutungen durch die Verletzung von Venen und Arterien möglich.

 

Gelegentlich können zudem Schädigungen von Hautnerven zu vorübergehenden Missempfindungen führen. Lebensbedrohliche Komplikationen wie z.B. schwerwiegende Unverträglichkeitsreaktionen, Herz-Kreislauf-StörungenAtemversagen, Bildung von Blutgerinnseln (Thrombose) und Gefäßverschluss (z.B. Lungenembolie) sind selten.

 

Bei einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) können in Folge der Intubation vorübergehend Heiserkeit, Husten und Schluckbeschwerden auftreten, selten kann es auch zu Schädigungen von Zähnen, des Kehlkopfes und der Stimmbänder kommen. Häufiger vorkommende Nachwirkungen einer Vollnarkose sind Übelkeit und Erbrechen - im englischen als „post operative nausea and vomiting“ (PONV) bezeichnet. Statistisch gesehen leiden Frauen vier mal häufiger an PONV als Männer.

 

Eine sehr seltene Komplikation einer Vollnarkose ist zudem der Übertritt von Mageninhalt in die Lunge (Aspiration) mit nachfolgender Lungenentzündung, bleibenden Lungenschäden oder akutem Lungenversagen. Wachzustände sind extrem selten und absolute Ausnahmefälle.

 

Eine Spinal- oder Periduralanästhesie kann stärkere, teils mehrere Tage anhaltende Kopfschmerzen verursachen. Eine Verletzung des Rückenmarks und dauerhafte Lähmungen nach Blutergüssen, Infektionen oder Nervenverletzungen sind sehr selten.

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