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Einflussfaktoren auf die Wundheilung.

Der Vorgang der Wundheilung ist ein komplexer physiologischer Prozess, der in verschiedene Wundheilungsphasen gegliedert wird. Der Verlauf jeder dieser Phasen wird durch eine Vielzahl verschiedener Faktoren beeinflusst. Störungen der Wundheilung führen dazu, dass der Wundheilungsprozess nicht oder nur unvollständig durchlaufen werden kann. Die Folge sind beispielsweise chronische Wundheilungsstörungen, die selbst bei großem therapeutischem Aufwand in keiner angemessenen Zeit abheilen.
 

In der Medizin wird zwischen lokalen Einflussfaktoren im Wundgebiet und allgemeinen systemischen Einflussfaktoren wie etwa Ernährungszustand, Lebensalter, Erkrankungen und Medikamente unterschieden.

Wundfaktoren.

Der Verlauf und die Dauer des Wundheilungsprozesses werden im Wesentlichen durch die Art, Größe und Tiefe der Wunde bestimmt. Abhängig davon, ob es sich etwa um eine oberflächliche Schürfwunde, Schnittwunde oder breit klaffende Wunde handelt, werden unterschiedliche Formen der Wundheilung durchlaufen.
 

Auch die Lokalisation der Wunde hat einen Einfluss auf den Heilungsverlauf. So sind beispielsweise Wunden in der Nähe des Anus stark infektionsgefährdet. Durch Bakterien, Viren oder Pilze verursachte Infektionen im Wundbereich können zu einer verzögerten Heilung führen.


Eine gestörte Durchblutung des Wundgebietes oder umliegenden Gewebes durch zum Beispiel abgestorbenes Gewebe (Nekrosen) oder Ödeme kann sich ebenfalls negativ auf die Wundheilung auswirken, da die reparativen und regenerativen Vorgänge von einer ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff abhängig sind. Für eine optimale Heilung ist es zudem wichtig, die Wunde feucht und warm zu halten und vor mechanischen Belastungen zu schützen.

Ernährungszustand.

Der Ernährungszustand des Patienten ist bei der Wundreparatur von zentraler Bedeutung. Zusätzlich zum üblichen Nährstoffbedarf werden während der Wundheilung ausgewählte Makronährstoffe und Mikronährstoffe vermehrt benötigt.

 

Für einen reibungslosen Ablauf der Wundheilung müssen dem Körper die notwendigen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Befindet sich der Körper vor der Entstehung der Verletzung in Folge einer Mangel- oder Fehlernährung in einer qualitativ schlechten Ernährungsausgangslage, verschlechtert sich der Ernährungszustand des Patienten durch den gesteigerten Bedarf der Wunde in kurzer Zeit drastisch. Bei einer Mangelernährung oder wenn es auch nur an einem einzelnen essenziellen Nährstoff fehlt, kann es zu einem gestörten Ablauf der physiologischen Prozesse bei der Wundheilung kommen.
 

Neben Mangelernährung stellt aber auch Adipositas (Fettleibigkeit) einen limitierenden Faktor bei der Wundheilung dar. So leiden adipöse Menschen häufig an Wundkomplikationen wie Hautinfektionen und Druckgeschwüren (Dekubitus).

Lebensalter.

Bei älteren Menschen verheilen Wunden im Allgemeinen deutlich langsamer als bei jüngeren, da im Alter die Durchblutung der Haut und die Leistungskraft des Immunsystems abnehmen. Hinzu kommen weitere Faktoren wie ein schlechter Ernährungszustand, Stoffwechselerkrankungen, Medikamente sowie eine reduzierte Fibroblastenaktivität und verminderte Kollagenbildung, die den Vorgang der Wundheilung zusätzlich erschweren.
 

Altersbedingte Veränderungen der Wundheilung umfassen unter anderem eine verminderte Zellteilung, reduzierte Blutgefäßbildung, Verzögerung des Wundverschlusses (Epithelialisierung) sowie eine Abnahme der Wundkontraktion. In Folge dieser Veränderungen ist bei älteren Menschen das Risiko für die Entwicklung von Wundheilungsstörungen deutlich erhöht.

Erkrankungen.

Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Erkrankungen, die sich negativ auf die Wundheilung auswirken. Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Anämie (Blutarmut), arterielle Durchblutungsstörungen und Veneninsuffizienz (Venenschwäche) führen zu einer verminderten Durchblutung im Wundbereich. Die Folge ist eine schlechte Versorgung der Wunde mit Sauerstoff (Hypoxie) und Nährstoffen, wodurch der Wundheilungsprozess beeinträchtigt wird.

 

Weiterhin führen Krebserkrankungen, chronische Infektionskrankheiten (Tuberkulose, AIDS, etc.) und Autoimmunkrankheiten zu einer Schwächung der Immunabwehr. Eine krankheitsbedingte Immunsuppression verzögert die Wundheilung und erhöht das Risiko von Wundinfektionen.

 

Aber auch weitere Erkrankungen wie Bindegewebserkrankungen, Erkrankungen des Lymphsystems oder ein Defizit an Gerinnungsfaktoren können die Wundheilung stören. 

Medikamente.

Mehrere Medikamentenklassen können die Wundheilung erschweren. Immunsuppressiva wie Kortison unterdrücken das körpereigene Immunsystem und begünstigen die Entstehung von Wundinfektionen. Durch ihren entzündungshemmenden Effekt wirken auch Antiphlogistika wie beispielsweise Ibuprofen störend auf die Wundheilung.

Ein häufiger Grund für Beeinträchtigungen des Heilungsprozesses sind außerdem in der Krebstherapie eingesetzte Zytostatika, welche direkt die Zellteilung hemmen. Aber auch Antikoagulanzien (Kumarine, Heparine) üben durch ihre gerinnungshemmende Wirkung einen unmittelbaren negativen Einfluss auf die Wundheilung aus.

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