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Formen der Wundheilung.

Jede Wunde bedeutet zerstörtes Gewebe und der Körper ist bestrebt, möglichst schnell neues Gewebe aufzubauen. Die physiologischen Prozesse bei der Wundheilung laufen im Wesentlichen immer nach denselben Regeln ab. Wie gut und wie schnell eine Wunde verheilt und ob Narben zurückbleiben, hängt jedoch von der Beschaffenheit, Größe und Tiefe der Wunde ab.
 

Bei den meisten Wunden sind tiefere Haut- und Gewebeschichten von der Verletzung betroffen, sodass die Heilung nur im Sinne einer Reparation erfolgen kann. Dies bedeutet, dass das verletzte Gewebe durch unspezifisches Narbengewebe ersetzt wird. Ausschließlich bei oberflächlichen Verletzungen kann auch eine gewebespezifische Regeneration ohne Narbenbildung erfolgen, bei der die ursprüngliche Struktur und Funktion des geschädigten Gewebes vollständig wiederhergestellt werden kann.
 

In der Medizin werden abhängig von der Art der Gewebeverletzung drei Formen der Wundheilung unterschieden: Die primäre Wundheilung, die sekundäre Wundheilung und die epitheliale Wundheilung. 

Primäre Wundheilung.

Die primäre Wundheilung erfolgt bei Wunden mit glatten, gleichmäßigen und eng aneinanderliegenden Wundrändern. Zu den primär verheilenden Wunden zählen beispielsweise chirurgisch verschlossene Operationswunden und Schnittverletzungen durch scharfkantige Gegenstände.

Voraussetzungen für eine primäre Wundheilung sind zudem, dass das Wundgebiet gut durchblutet und sauber, das heißt nicht mit Keimen oder Fremdkörpern verunreinigt ist.
 

Die Entzündungsphase ist bei der primären Wundheilung meist nur schwach ausgeprägt und häufig nur mikroskopisch wahrnehmbar. In Folge der Blutgerinnung bildet sich zunächst ein oberflächlicher Schorf, der als natürlicher Wundverband dient. Durch Zellteilung und die Neubildung von Blutgefäßen füllt sich der kleine Spalt zwischen den Wundrändern mit Granulationsgewebe, welches im Anschluss in der Remodellierungsphase durch unspezifisches Bindegewebe ersetzt wird.
 

Die primäre Wundheilung ist in der Regel innerhalb von 6-8 Tagen abgeschlossen und führt zur Bildung einer stichförmigen, fast unsichtbaren Narbe.

Sekundäre Wundheilung.

Die sekundäre Wundheilung ist bei großflächigen, chronischen oder infizierten Wunden zu beobachten, bei denen eine primäre Heilung nicht möglich ist. Zu den sekundär heilenden Wunden zählen zum Beispiel starke Verbrennungen, Hundebisse und Druckgeschwüre (Dekubitus). Wegen des größeren Ausmaßes der Wunde sind die Reparationsvorgänge bei dieser Form der Wundheilung aufwändiger und nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch.
 

Die weit auseinanderklaffende Wunde wird zunächst mit Granulationsgewebe gefüllt, das später in Narbengewebe umgewandelt wird. Eine gleichzeitige Kontraktion der Wunde führt zu einer Beschleunigung dieser Phase. Sobald das Hautniveau erreicht ist, epithelisiert sich die Wunde. Das Resultat der sekundären Wundheilung ist eine breite, kosmetisch und häufig auch funktionell störende Narbe.

Da die Dauer der sekundären Wundheilung mehrere Wochen bis Monate betragen kann, ist die Wunde sehr anfällig gegenüber Infektionen. Eine fachgerechte ärztliche Versorgung der Wunde ist daher von besonderer Bedeutung. 

Epitheliale Wundheilung.

Eine epitheliale oder regenerative Wundheilung findet bei oberflächlichen Wunden statt, bei denen nur die oberste Hautschicht verletzt, aber die Basalzellmembran (Zellschicht zwischen Oberhaut und Unterhaut) noch intakt ist. Zu den oberflächlichen Hautverletzungen gehören zum Beispiel Schürfwunden oder oberflächliche Verbrennungen.
 

Bei der epithelialen Wundheilung basiert der Verschluss der Wunde allein auf der Regenerationskraft der Hautzellen in der Oberhaut (Epidermis). Durch die Vermehrung (Proliferation) dieser Zellen wird eine vollständige Regeneration der Epidermis und somit schließlich ein Verschluss der Wunde erreicht.

Bei dieser Form der Wundheilung verheilt die Wunde innerhalb weniger Tage, ohne dass sichtbare Narben zurückbleiben. Im Gegensatz zu anderen Wundheilungsformen führt die epitheliale Wundheilung zu einer vollständigen Wiederherstellung von Form und Funktion des geschädigten Gewebes.

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